Es begann vor sieben Jahren!

htmlZwischen Hans Baumgartner (SVS Vorstandsmitglied) und seiner Tochter wurde die Idee geboren, innerhalb des SV Spittal eine Frauenfußballmannschaft zu gründen. In einer darauf folgenden Vorstandssitzung gab es grünes Licht – ein erfahrener Trainer (Heinz Koller) sowie eine enthusiastische Mannschaftsbetreuerin (Petra Morgenstern) wurde engagiert.
Das war die Geburtsstunde der heute so erfolgreich spielenden Spittaler Fußballfrauen.
Alsbald stellten sich die ersten Erfolge ein, die Mädchen wurden in der Saison 1999/2000 erstmals Kärntner Fußballmeister – das Jahr darauf konnten die Spittaler Girls den Kärntner Meistertitel nicht mehr verteidigen.
Trainer Heinz Koller verließ den SVS. In weiterer Folge konnte keine Kärntner Meisterschaft mehr ausgespielt werden, es hatten sich einfach zu wenige Mannschaften gemeldet.
Die SVS-Mädels standen vor einem Scherbenhaufen und wussten nicht mehr weiter – die Mannschaft stand vor ihrer Auflösung ........!

Aber das „Aus“ der Kärntner Meisterschaft für Frauen bedeutete noch lange nicht das Ende des Frauenfußballs in Spittal.
Sie kamen, sahen und siegten!

Peter Moser, ein langjähriges SVS-Vorstandsmitglied und „Hans Dampf in allen Gassen“ übernahm alleinverantwortlich das Management bei den Spittaler Frauen. Vereinsseitig wurde und wird den Spittaler Mädels die Infrastruktur im Stadion zur Verfügung gestellt und der Trainer bezahlt – der Rest war und ist Sache von Manager Peter Moser.
Es folgten viele Gespräche zwischen Manager Moser und den noch verbliebenen Mädels (es waren gerade noch 13 an der Zahl) und gemeinsam hat man sich dann entschlossen – das Wagnis Ö F B / B u n d e s l i g a / 2. D i v i s i o n (zweithöchste Leistungsstufe) einzugehen.
Es wurde von Manager Moser ein bedecktes Budget erstellt, die vorhandenen Probleme innerhalb der Mannschaft gelöst – die Mädels waren neu motiviert und heiß aufs Fußballspielen. Wäre da nicht noch ein schier unlösbares Problem gewesen: Es gab keinen Trainer. – Moser ging auf die Suche nach einem entsprechenden Trainer und mit dem Engagement von Gernot Terkl bewies er auch hier sein goldenes Händchen.
Und nun begann das Abenteuer ÖFB / Bundesliga / 2. Division, die aus acht Mannschaften gebildet wird. Manager Moser und Trainer Terkl studierten und analysierten die gegnerischen Bundesligamannschaften und legten gemeinsam aufgrund des vorhandenen Leistungspotenzials die sportliche Zielsetzung für die bevorstehende erste Bundesligasaison fest – es sollte der vierte Tabellenplatz erreicht werden.
In dieser Liga weht natürlich ein anderer Wind, aber unsere Spittaler Mädels schlugen sich beachtlich und beendeten ihr erstes Meisterschaftsjahr in der Bundesliga / 2. Division mit dem dritten Tabellenplatz und mit Ende der Herbstrunde in der Saison (2002/03) ist man nach Minuspunkten gerechnet sogar Tabellenführer.
Die parallel zur Bundesligameisterschaft laufende Kärntner Meisterschaft wurde ebenfalls ausgespielt und die Spittaler Mädels wurden Kärntner Fußballmeister der Saison 2002/03.
Des Weiteren stellt der SVS nicht weniger als sieben Spielerinnen für die Kärntenauswahl – und sogar mit Caroline Stöfan eine Spielerin für das österreichische U19-Nationalteam. Mit Christina Bermadinger wurde eine weitere Spielerin in den Kader der Nationalmannschaft einberufen.
All das trägt die Handschrift von Trainer Terkl und Manager Peter Moser.
Man kann der gesamten Mannschaft (mittlerweile besteht der Kader aus 22 Mädchen), Manager Moser und Trainer Terkl) nur gratulieren.

Manager Moser auf die Frage: „Was bringt die Zukunft?“
Es bleibt abzuwarten, wie wir den Frühjahrsdurchgang der Saison 2002/03 beenden.
Wenn wir vom Verletzungspech nicht allzu sehr geplagt werden und uns vor allem keine Schlüsselspielerinnen ausfallen, können wir mit dem notwendigen Glück ganz vorne mitspielen.
Die Entscheidung, wer Meister wird, fällt meiner Meinung nach zwischen den Vereinen SV Zell am See, SV Garsten und dem SV Spittal. Alle drei Mannschaften sind von der Spielstärke her in etwa gleich stark einzuschätzen, entscheidend dabei wird die jeweilige Tagesverfassung sein.
Sollten wir den Meistertitel in der 2. Division schaffen, wäre dies für die Mädels von Spittal eine zusätzliche Motivation und Inspiration zum Weitermachen.
Der Aufstieg in Österreichs höchste Spielklasse - 1. Division - hängt natürlich von mehreren Faktoren ab: Grundbedingung ist, dass die Mannschaft personell so weiterbestehen kann und es ist zu klären, ob der derzeit so erfolgreiche Trainer Gernot Terkl dem SVS weiter zur Verfügung steht. Zum anderen muss es uns gelingen, die Mannschaft im offensiven Mittelfeld und in der Spitze mit jeweils einer Spielerin zu verstärken.
Die derzeitige Mannschaft hat es schon mehrmals in Trainings-, Cup- und Hallenspielen bewiesen, dass sie in der 1. Division Fußfassen kann.
Mit den o.g. Verstärkungen könnten wir uns sogar im guten Mittelfeld der 1. Division etablieren. – Soviel zum Sportlichen.
Um in der 1. Division finanziell über die Runden zu kommen, benötigen wir ein Budget in der Höhe von € 40.000,-. Sollte es mir gelingen, dafür den entsprechenden Sponsor zu finden, wäre der Aufstieg in die 1. Division durchaus realisierbar.
Hierzulande – regional oder überregional – einen solch potenten Sponsor zu finden, bleibt vorläufig sicherlich nur ein Wunschtraum und der Verbleib der Spittaler Fußballmädels in der 2. Division Realität.
Potente Sponsoren sind wohl im Spitzensport und der Kultur stark engagiert, aber leider in einem viel zu geringen Maße im Breitensport tätig – obwohl man weiß, dass es ohne Breite im Leistungssport keine Spitze gibt.
Weiters hat der Frauenfußball in Österreich einen viel zu geringen Stellenwert, keine Medienpräsenz und es fehlen Strukturen (hier sind weitreichende Reformen notwendig, beginnend im Nachwuchsbereich, Schulen und der Bildung von Ausbildungszentren usw. – siehe Deutschland, Norwegen und die Schweiz).
Weltweit spielen 20 Millionen Frauen Fußball, in Österreich gerade mal 6.000! In Deutschland wird demnächst eine 2. Bundesliga installiert, aber Deutschland ist ja auch Europameister. In den USA, dem Land der Olympiasiegerinnen, ist Frauenfußball populärer als Männerfußball.
In Österreich findet Frauenfußball unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Irgendwann, irgendwo...!

Peter Moser
Manager Frauenfußball